Moonsport: Mutige Sprünge

Die Resonanz der Zielgruppe war am ersten Abend verhalten. Für die Initiatoren aber ist schon der Start selbst ein Erfolg. Mindestens bis Januar können Jugendliche in Göttingen Moonsport wahrnehmen.

Sport zu Mitternacht: Jens Büttner (l.) und Lars Bode (r.) stützen Normen Langner. SPF

Mutig springt Pascal kopfüber über den kleinen Kasten und rollt über die Schulter ab. Dann holt der 14-Jährige ersteinmal tief Luft – und staunt über sich selbst. „Schwerer als es aussieht“, gibt auch sein 16-jähriger Freund Marco zu. Aus dem Fernsehen kennen sie die scheinbar leichtfüßigen Sprünge der neuen Trendsportart Parcours. Beim Moonsport in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (KGS) können sie es selbst probieren, angeleitet von Parcours-Profis im ASC. Eine Trainerin von der KGS probt unterdessen im hinteren Bereich mit ihren Gästen Hip Hop – ehrenamtlich wie alle Mitinitiatoren des Präventionsprojekte. Mehr als 20 Vereine, Schulen und Firmen haben sich unter Leitung der Polizei und des Stadtsportbundes (SSB) im Projekt Moonsport vereint. Bis Januar bieten sie alle 14 Tage am Freitagabend Jugendlichen ungewöhnliche oder Trendsportarten zum Mitmachen an. Viele Trainer sind selbst Jugendliche, alle arbeiten ehrenamtlich. Und schon dieses Engagement wertet Margret Reinecke, Jugendbeauftragte bei der Polizei, als Erfolg. Zudem habe die Vorbereitung Kontakte ermöglicht, von denen viele Netzwerker in ihrer Sozialarbeit profitierten. Hauptziel aber sei es, „Jugendliche, die uns manchmal Sorgen bereiten, in ihrer Freizeitgestaltung zu unterstützen und für Neues zu motivieren“. Über Sport gelinge dies erfahrungsgemäß gut, ergänzt der Vorsitzende des SSB, Jürgen Schröder. Pascal und Marco finden es auch nach ihren Hip-Hop-Versuchen „toll“. Sie wollen am 12. September wieder in die KGS-Halle kommen – zu Trampolin und Fußball.

Von Ulrich Schubert, Göttinger Tageblatt, 1. September 2008